tag:blogger.com,1999:blog-120138642009-06-02T16:25:10.798+02:00wildeweltromanwelten, echtwelten, virtuelle welten und der ganz alltägliche wahnsinn: autorenblog von PETRA VAN CRONENBURGPvCnoreply@blogger.comBlogger101125tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1152390013285683922006-07-08T22:19:00.000+02:002006-07-08T22:20:13.323+02:00Lesung am Handlungsort!<span style="font-weight:bold;">Lesung "Lavendelblues" und "Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt"</span> am 21.07. um 20 Uhr in der <span style="font-weight:bold;">Buchhandlung Straß</span>, Kreuzstr. 3 / Passage, 76530 <span style="font-weight:bold;">Baden-Baden</span> (Handlungsort!), Tel. 07221 / 24135<br /><br />Orientierungstafel / Parkhaus Kongresszentrum, die Buchhandlung befindet sich gleich hinter dem Augustaplatz (Innenstadt).<br /><br />Dies wird wahrscheinlich für diesen Sommer die letzte Lesung sein, weil ich mich ganz meinen neuen Projekten widmen möchte.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-115239001328568392?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1145718629252361382006-04-22T17:10:00.000+02:002006-04-22T17:10:29.253+02:00Nur noch wenige Karten!Nur noch wenige Karten gibt es für meine Gourmetlesung mit Musik am 6.5. in Diedelsheim bei Bretten. Ich lese dort aus meinem Buch <a href="http://www.cronenburg.net/alsace.html"><span style="font-weight:bold;">"Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt"</span></a> - und den gibt es vom meisterhaften Koch persönlich zubereitet. <a href="http://cronenburg.net/cuisine.htm">Infos und Kontakt hier</a>.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114571862925236138?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1145718344276100292006-04-22T17:05:00.000+02:002006-04-22T17:05:45.760+02:00LavendelbluesDie Journalistin Aríane K. <a href="http://ariane.blog.de/2006/04/18/lavendelblues~736344"><span style="font-weight:bold;">empfiehlt den Roman "Lavendelblues"</span></a> in ihrem Blog.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114571834427610029?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1142162331108296262006-03-12T12:18:00.000+01:002006-03-12T12:18:51.156+01:00Kayah und Bregovic (CD)Die Mischung ist außergewöhnlich. Die bekannte polnische Sängerin Kayah trifft auf Goran Bregovic, der im Westen durch seine wild-emotionale Musik zu Filmen von Emir Kusturica berühmt wurde. Dazu noch ein Goralenensemble, das selbst für polnische Ohren exotisch klingt. Die Goralen sind eine ethnische Minderheit in der Tatra, musikalisch etwa das, was Bayern für Deutsche bedeuten... aber gern mal mit Ausflügen in die Weltenmusik und den Jazz.<br /><br />Was dabei herauskommt, ist ein eigenartiges Schweben zwischen Istanbul und Belgrad, Warschau und Athen, Polen und Serbien - das seine Feinheiten beim zweiten Hören besonders entfaltet.<br />Die polnische Iggy-Pop-Adaption von "sleep my dearest, sleep" schlängelt sich durch orientalische Bazare und quillt wie das Leben in Istanbuls Straßen. Anstatt zu schlafen, wird man eher zum Bauchtanz verführt. <br /><br />"To nie ptak" kommt lyrisch daher, zart, besticht mit Kayas Stimme und russisch anmutendem Chor. Dafür schüttelt "sto lat" den ganzen Körper in Tanzlaune - diese Klänge kennen wir aus Kusturicas schrägen Filmen. Zwischen Zigeunerwehmut und jiddisch anmutendem Schmelz das mehrstimmige "a rose was I" - und Kayas nachdenkliche Stimme zu überraschenden Kontrabassklängen in "trudno kocha´c".<br /><br />So viel wäre zu sagen... ein abwechslungsreiches Album mit vielen leisen Zwischentönen, nie ihre tanzende Beschwingtheit verlierend, aber auch mit vehementer Lebensfreude und einer Trauer, die im gleichen Augenblick in Glück umschlagen kann. Weltenmusik mit einem starken polnischen Stempel, der Ofra Hazas "Elo Ili" an die Weichsel zaubert und aus dem berühmten Zigeuner-Trauergesang "Ederlezi" eine erstaunlich lebenslustige Angelegenheit macht.<br /><br />Mein absoluter Favorit "Tabakiera", ein Tango, der so leicht durch die Luft zu schweben scheint und doch alles hat: Melancholie, Sehnsucht, Erinnerung, Freude, Leichtigkeit. Suchtmusik.<br /><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=magicsecretsnet&o=3&p=8&l=as1&asins=B00004DTOH&fc1=000000&IS2=1<1=_blank&lc1=009900&bc1=000000&bg1=ffffff&npa=1&f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114216233110829626?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1142160650913521642006-03-12T11:50:00.000+01:002006-03-12T11:50:54.210+01:00Nicht alles ist schlechtMir ist aufgefallen, dass immer noch Kritikerblut in mir wallt. Nachdem ich nun schon einige TV-Filme verrissen habe, denke ich, wird es Zeit, auch einmal etwas zu empfehlen. Das will ich in loser Folge machen, wenn mir eine wirkliche Perle vor die Füße rollt. Aber nur dann.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114216065091352164?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1141929316600125172006-03-09T19:35:00.000+01:002006-03-09T19:35:16.600+01:00FrühlingsgefühleMir geht der Winter tüchtig auf den Senkel und mit Entsetzen beobachte ich meine Heizöltanks, die langsam aber sicher zur Neige gehen. Letztes Jahr gab's auch bis Mitte März Schnee, aber dafür im Jahr zuvor auch doppelt so viel Heizöl für das gleiche Geld.<br /><br />Aber es roch heute nach Frühling, klang nach Frühling... Die Haseln stehen in voller Blüte, mein Hund Rocco badete in sämtlichen Bächen und Seen, die sich irgendwo gebildet hatten, Aronstab und Iris Germanica keimen tüchtig und die Schneeglöckchen blühen.<br /><br />Die erste Ernte aus dem eigenen Garten werde ich jetzt genießen: wild gewachsenen Rucola, frische Sellerieblätter und saftig grüne Vogelmiere.<br /><br />Der Frühling kommt bestimmt. Hast du gehört, Frühling!?!<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114192931660012517?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1141928907509977432006-03-09T19:28:00.000+01:002006-03-09T19:28:27.766+01:00druckfrisch!Nein, nicht von Denis Scheck. Aus der Herstellung der Lübbe Verlagsgruppe: Wie gemeldet wurde, kam gestern das erste Exemplar <a href="http://lavendelblues.cronenburg.net/">Lavendelblues</a> im Lektorat an. Quasi noch warm wie ein Brötchen! Natürlich bin ich jetzt ganz hibbelig...<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114192890750997743?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1141560962846121972006-03-05T13:16:00.000+01:002006-03-05T13:16:12.826+01:00Menschengrippe in Entenhausen!<b>Bürgermeister warnt vor Panikmache</b><br /><br />Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist die Stadt Entenhausen heute mit dem ersten Fall von Menschengrippe auf Vogelstaatsgebiet konfrontiert worden. Der verendete 35jährige Comicsammler wurde von Oma Duck auf dem Kartoffelacker gefunden, auf dem in diesem Jahr besonders viele Wandergruppen Rast machen.<br /><br />Die Behörden haben umgehend alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen. Journalisten dürfen die Sperrgebiete im Umkreis von 10 km nur noch angeleint betreten, für Kameraleute gilt im ganzen Land ab sofort Stallpflicht. Minister sind im Haus zu halten.<br /><br />"Wir versprechen uns davon ein effektives Zurückdrängen der Viren", versichert Bürgermeister Ducko, "immerhin belastet das den Steuerzahler weniger, als wenn wir für jeden Medikamente bereitstellen!"<br /><br />Dagobert Duck, Geldspeicherbesitzer und Fantastillionär, stimmt dem Stadtoberhaupt zu: "Könnte ja jede Ente kommen, und gerettet werden wollen. Wo kommen wir da hin! Stellen Sie sich vor, die Panzerknacker oder Klaas Klever würden sich Duckiflu besorgen und horten!"<br /><br />Sein Konkurrent Klaas Klever sieht das anders: "Ich fresse meinen Hut, wenn das nicht alles von der verdammten Massenmenschenhaltung kommt! Schauen Sie sich doch um: welcher Mensch darf heute noch im angemessenen Biotop leben? Wie gehen Enten wie DD mit Menschen um! Kein Wunder, dass es zurückschlägt. Erst BSE, der Menschenwahn... und jetzt die Menschengrippe. Alles entengemacht, sage ich Ihnen, alles entengemacht!" <br /><br />Auch das Fähnlein Fieselschweif zeigt sich besorgt. In einer Gammelfleischfabrik, aus der Dagobert Duck Trillionen schlägt, haben Tick, Trick und Track die schwerkranke Tante von Schweinchen Dick gefunden. Die Arbeiterin hat sich aufgrund der mangelnden Hygiene und der Speiseabfälle in der Kantine offensichtlich die Schweinepest geholt.<br /><br />"Die Lage ist ernst, aber es besteht kein Grund zur Panik!" warnt der Bürgermeister. Die Staatsmacht tue im Moment alles, um Menschen zum Tabu zu erklären. "Menschen sind eine Gefahr, Menschen dürfen nicht mehr als niedlich angesehen werden!", sagt er.<br /><br />Er habe bereits dafür gesorgt, dass Menschenabbildungen von allen Osterkarten genommen würden. Obwohl keine Ansteckungsgefahr bei genügend erhitztem Fleisch bestehe, sei der Verzehr um besorgniserregende 40 % zurückgegangen. Viele Metzgereien blieben auf ihrem Menschenfleisch sitzen.<br /><br />"Sollen sich nicht so haben!", findet Dagobert Duck. Seiner Meinung nach sei es abartig, wenn Enten Menschenfleisch verzehrten. "Wasser und trocken Brot, das hat bisher jede Ente satt gemacht!"<br /><br />Sein Neffe Donald schmunzelt derweil in der Küche. Er findet, das alles sei typisch für eine übersättigte Gesellschaft, die den liebevollen Bezug zum Menschen verloren habe. Sagt es und wendet seinen Pfannkuchen.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114156096284612197?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1141054477270887662006-02-27T16:34:00.000+01:002006-02-27T16:34:37.526+01:00HundeschmalzIch habe einen Husky, der Rachmaninow, die Beatles und abstrakte Kunst liebt - und ich habe einen Husky der keine Geigensoli mag. Alles ganz normal. Seit gestern zweifle ich allerdings am Kunstgeschmack von Wach- und Hirtenhund Rocco.<br /><br />Ich war beschäftigt, ein feines Essen im Backofen zu überwachen und hatte vergessen, den Fernseher im Wohnzimmer auszuschalten, die Tür zu schließen. Irgendwann wurde es verdächtig ruhig. Wenn es so ruhig ist, kann ich wetten, Rocco stellt etwas an. Natürlich bin ich sofort ins Wohnzimmer...<br /><br />Es war nicht zu fassen. Das Riesenviech lag in voller Länge auf dem Sofa, das Kinn genüsslich auf die Lehne geschmiegt... und schaute sich Rosamunde Pilcher an! Mit einem Interesse, das er sonst nur Filmen von National Geographic entgegen bringt. Diese Hund kroch förmlich in die Mattscheibe, wenn ich mich nicht irre, hatte er sogar ein Grinsen im Mundwinkel.<br /><br />Unerklärlich. Was findet ein Hund an Rosamunde Pilcher? Wie er bei einer besonders schmalzigen Liebesknutschherzschmerzachunddu-Szene auch noch aufmerksam die Ohren aufstellte, zweifelte ich vollends an ihm.<br /><br />Aber dann hörte ich es auch. Das Möwengekreisch war lauter als der hingehauchte Kuss. Das ist es, was Rosamunde Pilcher so spannend macht! Möwenkreischen, Pferdegetrappel, ein Wiehern zwischen Dialogen, die man nicht unbedingt gehört haben muss, Vogelzwitschern im Schloßpark... und immer wenn der Nebenbuhler kommt, quaken die Frösche! Gewisse Personen ziehen Grillenzirpen mit sich. Und immer wieder Pferd.<br /><br />Jetzt weiß ich es: Rosamunde Pilcher... das ist Schwelgen in Fleisch, in traumhaften Beutegerüchen... das sind Erinnerungen an Sommerabende, an denen man die Bratwurst vom Grillteller gemopst hat. Das sind Filme, so prall mit Tierstimmen animiert, dass man auf die Menschen und das, was sie sagen, getrost verzichten kann. Ein Pilcher ist so wertvoll wie ein kleines Steak.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114105447727088766?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1141053725115852812006-02-27T16:22:00.000+01:002006-02-27T16:22:05.150+01:00Alltag, heuteDie Spatzen pfeifen es von den Dächern: der Frühling kommt. Auch wenn der Wetterbericht das nicht glauben will, meine Spatzenfamilie ist wieder unter die Regenrinne gezogen. Dort bauen sie fieberhaft am Nest. Und auch das genau zur richtigen Zeit, weiß ich doch wieder kaum wohin mit all dem abgeworfenen Huskypelz. Der landet normalerweise als Unterlage in Vogelnestern.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114105372511585281?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1140692905661311992006-02-23T12:08:00.000+01:002006-02-23T12:08:25.676+01:00Komische MischungJemand hat mich gefragt, warum mein Blog so eine "komische Mischung" sei. Warum ich als Buchautorin nicht brav mein Tagebuch schreibe, wie das andere auch tun: Heute die Zähne etwas später geputzt, weil mich mein Plot umtrieb; den Hund mit russischen Buchstabenkeksen gefüttert, wieder drei Seiten geschrieben, das Überbein am Handgelenk schmerzt...<br /><br />Mal im Ernst: will wirklich jemand wissen, wann mir mal wieder eine Überschrift eingefallen ist und was ich im letzten Stau gemacht habe?<br /><br />Ich bin auch Journalistin. Deshalb nehme ich Anteil an dem, was in der Welt passiert, was Menschen untereinander anrichten. Als Buchautorin ist mir der Luxus vergönnt, meine eigene Meinung zu vertreten, mich nicht an Redaktionsleitlinien halten zu müssen. Als Buchautorin interessiert mich, warum Menschen ticken, wie sie ticken.<br /><br />wildewelt ist wild, unlogisch, ausschnitthaft, seltsam, subjektiv, chaotisch... wildewelt.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114069290566131199?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1140692258957096312006-02-23T11:57:00.000+01:002006-02-23T11:57:39.026+01:00Wider den FanatismusFrankreichs bekannter Philosoph Bernard Henri Lévy hat sich nun auch im Karrikaturenstreit <a href="http://www.tachles.ch/artikel.php?id_art=2327">zu Wort gemeldet</a>, sehr viel klarer und weitsichtiger, als es in den aufgeheizten Medienberichten der Sorte "Quote-her-mit-dir" möglich ist.<br /><br />Sein Fazit ist verblüffend einfach:<br />"Zweitens müssen wir unsere Unterstützung für aufgeklärte, gemässigte Muslime bekräftigen, die wissen, dass die Ehre des Islam viel mehr beleidigt, missachtet und mit Füssen getreten wird, wenn irakische Terroristen eine Moschee in Bagdad in die Luft jagen, wenn..." (Vollständiger Text im Link)<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114069225895709631?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1140275571260510952006-02-18T16:12:00.000+01:002006-02-18T16:14:01.926+01:00StrassomaniaEs ist schon lange lange Kult, das gute alte <a href="http://www.strassbuch.com/index.php">STRASSBUCH</a>, das nun endlich wieder online zu haben ist.<br /><br />Das Strassbuch ist Pflicht für alle, die Straßburg abseits von Touristenpfaden entdecken wollen, denn es wurde ursprünglich von Studenten für Studenten konzipiert. Hier erfährt man also, wo man noch preiswert essen kann, wo man sich die Nacht um die Ohren schlägt und was an Kultur geboten wird.<br /><br />Aber Achtung: Im Internet findet sich eine äußerst abgespeckte Form. Das echte Strassbuch kauft man in gedruckter Form in jeder Buchhandlung in und um Straßburg... es erscheint regelmäßig mit neuen Inhalten und lohnt sich wegen der sehr persönlichen und treffenden Kritiken von Restaurants und Läden, Events und anderen Angeboten. Mit seiner Adresssammlung und den Anzeigen ist es eine Fundgrube für jeden Neubürger.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114027557126051095?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1140182265392361772006-02-17T14:17:00.000+01:002006-02-17T14:17:45.463+01:00LavendelbluesEin kleiner Vorgeschmack für die ganz Ungeduldigen:<br /><a href="lavendelblues.cronenburg.net/">Mein neuer Roman "LAVENDELBLUES"</a><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114018226539236177?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1140178635091368542006-02-17T13:17:00.000+01:002006-02-17T13:17:15.126+01:00Karrikaturenstreit: über sich selbst lachenWie weit werden Journalisten und Karrikaturisten in Zukunft gehen dürfen? Lässt sich Gott beleidigen? Was ist Fingerspitzengefühl, wie achtet man religiöse Gefühle von anderen? Würden Götter und Propheten dieser Welt zur Gewalt aufrufen oder ist Religion längst zu einer Angelegenheit von menschlichen Machtkämpfen aus niederen Instinkten verkommen?<br /><br />Diese und ähnliche Fragen darf man sich in letzter Zeit angesichts des Karrikaturenstreits stellen, der inzwischen selbst karrikaturenhafte Züge angenommen hat. Die Streiter sagen wohl mehr über ihre eigenen Unzulänglichkeiten aus als über die jeweiligen Religionen. Geht es denn überhaupt noch um Religiöses?<br /><br />Sicher gibt es Grenzen für eine Spaßgesellschaft. Es gibt Werte wie Respekt und Achtung vor dem anderen - in beiden Richtungen. Aber ich persönlich hätte Horror vor einer Welt, in der Humor, dieses göttliche Geschenk, vollkommen gebannt würde, in der vor lauter Sakrosanktheit alle in Sack und Asche gehen müssten. Beherrscht und gegängelt von misanthropen alten Herren, die längst den Bezug zur Realität auf dieser Erde, zum wunderbaren Leben, zur Vielfalt von Menschen und ihrem Denken, zum Menscheln an sich verloren haben.<br /><br />Warum nur drängt sich mir manchmal der Gedanke auf, dass die alten Männer, die am meisten um ihren Machterhalt fürchten, längst impotent geworden sind, impotent, ihren Untertanen wirkliche Lebenslust zu spenden, Freude am Dasein...<br /><br />Die meisten könnn es wahrscheinlich nicht mehr hören, was zum Thema in den Medien läuft. Aber es ist unsere Wirklichkeit, dieser Wahnsinn da draußen.<br /><br />Es gibt noch eine Wirklichkeit: Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen. Die Fähigkeit, sich selbst nicht als sakrosankt zu erklären, sondern an der eigenen Patina zu kratzen. Wer diese Art von Humor beherrscht, ist wirklich frei. Humor bricht Macht. Humor, bei dem man über sich selbst lacht, kann der Aufstand des Lebens gegen lebensfeindliche Systeme sein.<br /><br />Jiddische Witze sind weltbekannt geworden. Juden debattieren auch mit dem Himmlischen, weil der großzügiger ist als die Menschen und das erlaubt. Weil er Leben geschaffen hat, anstatt es zu bedrohen. In diesem Sinne hat eine israelische Gruppe von Comiczeichnern um den Cartoonisten Amitai Sandy aus Tel Aviv jetzt eine Antwort auf den Karrikaturenstreit: <a href="http://boomka.org/">den Israeli anti-semitic cartoon contest</a><br /><br />Die Idee dahinter: Nur Juden dürfen sich beteiligen - aber sie werden den Antisemiten dieser Welt zeigen, dass sie noch schärfer, noch schneidender über sich selbst lachen können als die anderen über sie. Sie wollen ad absurdum führen, was Antisemiten als angebliche Tatsachen hetzerisch verbreiten.<br /><br />Bleibt zu wünschen, dass sich dieser Virus weltweit verbreitet: dass Menschen fähig werden, innerlich einen Schritt zurückzutreten, sich selbst anzuschauen und über sich zu lachen. Kaum auszudenken, wenn Poltiker, Anstifter und Aufhetzer von dieser Fähigkeit infiziert würden!<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-114017863509136854?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1139245282577387152006-02-06T18:01:00.000+01:002006-02-06T18:03:03.016+01:00Virtuelle LeserundeIch kündige das jetzt schon an: Es wird bei den <a href="http://www.buechereule.de">Büchereulen</a> <b>ab 1. September eine virtuelle Leserunde zum Roman "Lavendelblues"</b> geben - die Autorin ist dabei und darf mit Fragen gelöchert werden (aber Vorsicht, ich frage auch)!<br /><br />Was ist eine Leserunde im Internet?<br /><br />Mehrere Menschen lesen das gleiche Buch und treffen sich ein paar Tage lang zum festgesetzten Zeitpunkt im entsprechenden Internetforum. Der Vorteil: Man kann die Autorin auch sprechen, wenn man tausend Kilometer weit weg wohnt.<br />Zwar sind die Freiexemplare bereits vergeben, aber anmelden als Leser kann man sich selbstverständlich immer noch <a href="http://www.buechereule.de/wbb2/thread.php?threadid=13053&boardid=25&sid=">hier in diesem Forum</a><br /><br />Ich freue mich auf alle Leser, denn für mich ist es besonders reizvoll, nach der Arbeit am einsamen Schreibtisch zu erfahren, wie ein Buch wirkt, was ankommt und was nicht!<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113924528257738715?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1138906168192375912006-02-02T19:49:00.000+01:002006-02-02T19:49:28.433+01:00GourmetlesungNach langer Enthaltsamkeit gibt es im Frühjahr wieder eine Lesung mit mir. Und weil ich finde, dass man seinem Publikum auch einmal etwas anderes bieten kann, als enge Sitzreihen in staubigen, ungelüfteten Räumen, biete ich eine Lesung für alle Sinne.<br /><br />Lassen Sie sich verwöhnen mit einem Gourmetmenu in atmosphärischer Umgebung, mit Lesung und Musik.<br /><br />Achtung, die Anzahl der Plätze ist auf 50 limitiert,<br /><a href="http://www.cronenburg.net/cuisine.htm">der Vorverkauf läuft bereits!</a><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113890616819237591?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1138187484983706602006-01-25T12:11:00.000+01:002006-01-25T12:11:27.083+01:00Papst als SchöpferNun ist es amtlich: Auch der Papst ist ein Schöpfer. Schöpfer seiner Worte und Texte, wie alle Autoren. Dabei spielt keine Rolle, dass er fürs Predigen und Worte machen ohnehin pauschal bezahlt wird - und das besser als die niederen Kollegen, die um Worte auch nicht gerade verlegen sind.<br /><br />Die Worte und Texte des Papstes sind ab sofort und rückwirkend für 50 Jahre <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=2315795">urheberrechtlich geschützt.</a><br />Wir anderen Autoren dürfen nun gespannt sein, wann sich der Vatikan zu Bestrebungen von amazon und google äußern wird, die das Urheberrecht zu unterlaufen versuchen.<br /><br />Ich sehe schon die Schlagzeilen: <b>Kurie contra Search Inside.</b><div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113818748498370660?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1137086127115925512006-01-12T17:57:00.000+01:002006-01-12T18:27:33.566+01:00Fotoklau direkt vom TellerGenießer, bitte weglesen! Denn es geht um <a href="http://www.notebook-onlinejournalismus.de/2006/01/09/rotkohl-netzeitung/">sargschwarzes, dichtgehäkeltes Rotkohlgekröse</a> Marke totgekocht.<br /><br />Schlimm genug, dass die Menschheit erfahren muss, dass man damit leichterdings kleine Kinder mördern kann. Schlimm auch, dass der Satz "du isst, was auf den Teller kommt" neuerdings einen höllischen Beigeschmack hat. Und noch viel schlimmer, dass der Mörder nicht immer der Gärtner ist, sondern manchmal sogar die Köchin.<br /><br />"Du isst auf, solange du die Füße unter unserem Tisch hast" - wer hat diesen Satz nicht schon gehört. An Weihnachten kann er tödlich enden. Vor allem an Weihnachten, denn da ist die Zeit der Stopfgänse.<br /><br />Und gut, wir wissen, dass es fiese Diebe da draußen gibt, die meinen, Urheber könnte man so einfach mal beklauen, weil das, was Urheber schaffen, ja sowieso nichts wert sei. Dass auch der ein oder andere fiese Journalist mal zugreift, wenn keiner guckt, ist ebenfalls bekannt. Fotos anschaffen gehen, das muss der Redaktöhör, Geld kriegt er im Ernstfall keins daföhör.<br /><br />Also mal ehrlich - wir sollten alle Mitleid haben. Das ist wie Hausfrauenstrich für umme und ohne Gummi. Klar, dass da mal einer verzweifelt und sich das Mittagessen einfach unter den Nagel reißt. Genauer gesagt den <a href="http://www.notebook-onlinejournalismus.de/2006/01/09/rotkohl-netzeitung/">Rotkohl</a>.<br /><br />Ich gönne es jedem, erwischt zu werden. Nicht nur Rotkohl, auch Urheberrechtsverletzungen bleiben so manchem im Halse stecken... In diesem Fall können die anderen aus vollem Halse lachen, auch wenn sich da einer mal wieder an einer bitteren menschlichen Tragödie bereichert hat.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113708612711592551?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1136542372588662452006-01-06T11:12:00.000+01:002006-01-06T11:12:52.660+01:00Leidkultur<a href="http://www.jungle-world.com/seiten/2006/01/6935.php">Jörg Sundermeier</a> macht sich Gedanken um Deutschlands <b>Kulturmagazine</b>. Nach seinem Artikel könnte man boshaft vermuten, die Programmchefs wüssten, was sie tun, wenn sie Kultur kürzen und in die dunkelsten Nachtstunden verlegen. Oder ist es wie immer der Verbraucher, der entscheidet, dass er keine Kultur mehr braucht?<br /><br />Da fällt mir ein, wurde in diesem Land nicht der Begriff "Leitkultur" erfunden, über den man im Ausland so lacht?<br /><br />Also: Kultursendungen versuchen, Politik zu machen, Politiker entwerfen die genehme Leitkultur und die Verbraucher nicken ab. Was, wenn die Politik Kultursendungen machen würde? Wissen Sie nicht?<br />Na, sie kämen zur besten Sendezeit, am liebsten täglich!<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113654237258866245?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1136118166745840682006-01-01T13:22:00.000+01:002006-01-01T13:22:48.996+01:00Alte MännerKetzerischer Neujahrsgedanke:<br />Was würde passieren, wenn man die <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2005/12/ahmadineschad.htm">alten Männer</a> aus den Regierungen nimmt und durch junge Mütter ersetzt?<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113611816674584068?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com1tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1136032715829690872005-12-31T13:38:00.000+01:002005-12-31T14:04:04.626+01:00Plotversagen<strong>Kolonialismus liegt im Trend. </strong>In Frankreich brennen die Folgen, in der Literatur werden die dunklen Kapitel aufgearbeitet und im deutschen Vorabendprogramm suhlt man sich in Melodramen kolonialer Herrlichkeit. Ob "Weites Land" oder "Unendliche Dünen", oder ob "Mein Herz gehört ihm" auf einen Missionar oder Farmer bezogen ist - die Tourismusindustrie Südafrikas jubelt über die zur besten Sendezeit platzierten Prospektaufnahmen. <br /><br />Die Marketingabteilung der ARD empfand sich wahrscheinlich als oberschlau, nach dem Erfolg der "weißen Massai" jetzt "Der weiße Afrikaner" zu präsentieren. Zweiteiler. Teuer besetzt und noch teurer abgedreht. Das kommt vor, zumal um Weihnachten herum. Aber leider ging dann wohl das Geld aus und so hat man gegen Ende eben am Plot gespart. Man kann ja nicht alles können.<br /><br />Dabei war der Plot so einfach. Abenteurer in Indiana-Jones-Pose trifft auf erbitterten Gegner, der dramatischerweise sein Halbbruder ist und von Dagobert Duck wirklich alles abgeschaut hat. Und weil der Kampf so bitter ist und sich über zwei Teile hinzieht, schenkt man den Guten ein treues Männerkleeblatt, gibt dem Bösen einen Bösen hinzu, den man aber wieder aus der Story entfernt, weil der Böse allein böse sein muss. <br /><br />Ach, und weil das alles melodramatisch sein muss, wie jeder Kolonialfilm, mischen noch zwei Frauen mit. Sie ahnen es: die eine steht zwischen dem einen Bösen und dem anderen Bösen und dem Guten. Soviel Zwischenstehen muss einen ja zerreißen, also stirbt sie, melodramatisch natürlich, nachdem sie erst mal stundenlang in der sengenden Hitze mit dem Teil eines Automotoren im Bauch in der Geröllwüste herumgestakst ist.<br /><br />Die andere ist schlauer, hält sich an den Bodenständigen und liebt leidend. Schließlich wächst sie sogar über ihre passive Frauenrolle hinaus, indem sie eine Tür streicht - in greller afrikanischer Mittagssonne.<br /><br />Über Afrika muss man nicht viel sagen. Es kommt eigentlich im Film nicht vor. Der Film hätte in Australien spielen können, im Wilden Westen. Afrika ist Kulisse, ein paar Schwarze rennen ab und zu verschönernd als Kontrast durchs heftig kolorierte Bild. Mehr ist auch nicht nötig, denn der Film spielt unter Weißen. Apartheit eben. Das war damals so, als die Welt noch in Ordnung war für die Herren. Und im Film muss auch die Ordnung vorherrschen.<br /><br />Also macht sich der Regisseur keine Gedanken, warum der schwarze Freund des weißen Afrikaners so selbstverständlich und unbehelligt in der weißen Welt herumlatschen darf und was die Weißen so mit den Schwarzen trieben, damals. Immerhin sponsert ja auch Südafrika den Film, dazu die beste Abendzeit, Kinderstunde. Nur keine Wirklichkeit einströmen lassen. Afrika ist das Mitleid um einen alten Löwen und die Verheißung eines Kontinents, den der Gute ausbeuten darf, im Wettrennen mit dem Bösen. Afrika legt sich hin für die Geologen und macht die Beine breit: Nehmt mich! Und die Weißen sind hin und weg und schürfen, was der Meißel hält...<br /><br />Da hängt er dann endgültig, der arme Plot. Die Fernsehzuschauer, die sich in den aufregenden Glamour der Apartheidgesellschaft um den ersten Weltkrieg herum wünschen, kauen sich zwei Folgen lang verzweifelt die Fingernägel ab, weil Donald Duck eine Mine findet und Dagobert Duck sie ihm wieder wegnimmt. Donald findet eine neue Mine, Dagobert nimmt sie etc. pp. Dann kriegt der Bedauernswerte mit dem gepflegten Dreitagesbart auch noch Malaria und nicht die richtige Frau. Dammich nochmal. Wenigstens das letzte Mal muss es gelingen, unter Einsatz eines Stunts!<br /><br />Nein. Es gelang ihm nicht. Der Böse war wieder schneller. Drei Minuten vor Schluss eines Zweiteilers! Was tun? Was macht man mit einem verfahrenen Drehbuch, dass integer an einer Echtlebenvorlage kleben will und das Timing verpasst hat? Für echtes Melodram und Katastrophenende sind die Deutschen nicht mutig genug.<br /><br />Also blicken der Weiße und der Scharze über die unendlichen Weiten und der Weiße nuschelt einen unverständlichen Satz... oder war die Musik wieder zu laut? Nur noch zwei Minuten. Der Schwarze fragt etwas, in der Art: "Und wat nu?" Das fragt sich der Zuschauer schon lange. Noch eine Minute. Der Weiße will weiter. Unendliche Weite, unendliche Dünen, mein Herz gehört dir, oh Afrika. Nein, das hat er nicht gesagt, dazu blieb keine Zeit mehr. Der Film war aus.<br /><br />Und weil der Drehbuchschreiber den Plot so schön abgesägt hat, durfte dann der Abspannschreiber die missratene Story retten. Wer fähig war, das Kleingeduckte des Films vor bunter Afrikafassade zu entziffern, erfuhr, dass der Gute doch noch irgenwann Diamanten gefunden hat und außerdem über 80 Jahre alt wurde. Wenn das kein Happy End ist! Er hätte außerdem nie geheiratet. So sagt man zur Kinderstunde, wenn einer mit drei Männern zusammenlebt.<br /><br />Welch ein Leben. Welche Größe! Welche Güte! Welch ein Afrika! Welch ein Plot...<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113603271582969087?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1136030301218254842005-12-31T12:58:00.000+01:002005-12-31T12:58:22.023+01:00Rasante Dialoge<b>Dialogschule am lebenden Objekt:</b><br />Es wird zu wenig getan für die Alten. Wirklich? Frank Schirrmacher hätte seine helle Freude an einer deutschen Krimiserie, deren Drehbuchautoren es fertigbringen, einen Ermittler kurz vor der Rente mit seinem Team so klingen zu lassen wie die Laienspielgruppe eines Demenzaltenheims. Und damit es auch jeder merkt, dass es in diesen Folgen gemächlicher zugeht als im echten Polizeileben, heißt die Serie folgerichtig "Der Alte".<br /><br />Ich möchte hier einige wiederkehrende Dialogfetzen zitieren, mit denen man bausteinartig jeden beliebigen Krimi für jenen entschleunigten Vorabend basteln kann. Do it yourself!<br /><br />"Ich geh dann mal." (Kommissar geht aus Bild)<br /><br />"Also, in einer Stunde im Präsidium" (Überleitung für Schnitt auf Präsidium, eine Stunde später)<br /><br />"Ich hab mir solche Sorgen gemacht." (Idealer Satz, weil man ihn dem Mörder, dem Opfer oder dem Kommissar in den Mund legen kann und er die Mimik erklärt)<br /><br />"Wir kommen sofort" (Das muss man bei dieser Altersrasanz wirklich betonen!)<br /><br />"Wann krieg ich den Obduktionsbericht?" (Darüber kann nicht mal der Pathologe mehr lachen).<br /><br />"Ach ja, ich hab zwei Zeugen." (Diese Beiläufigkeit des Unerwarteten! Diese in Stein gehauene Überraschung! Diese Steigerung... gleich zwei! All die Worte zwischen den Zeilen... hören wir da nicht eine Anfrage um Gehaltserhöhung?)<br /><br />"Heute noch?" - "Wenn's geht, ja" (Hier macht der Ältere dem Jüngeren Beine! Das ist Zukunft, das sind die grauen Panther mit Biß, zupackend, zielgerichtet, effektiv.)<br /><br />"Nehmt ihr euch den heute noch vor?" (Aaaahh... diese fast nicht auszuhaltende innere Spannung zwischen der Radikalität des Vornehmens und der Relativität des Heute!)<br /><br />"Na klar, wenn wir ihn kriegen?" (Suspense pur... die Steigerung der vorherigen Spannung... Wunschdenken trifft auf Zuschauererwartung und reibt sich am Alltag, nicht auszuhalten mit schwachen Nerven!)<br /><br />"Aha, und warum?" (Mein Lieblingssatz. Allround. Griffig. Philosophisch.)<br /><br />Aha, und warum darf der arme Alte nicht endlich in Rente gehen?<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113603030121825484?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1135953843524973492005-12-30T15:44:00.000+01:002005-12-30T15:48:09.356+01:00Egoismus purEgoismus tut gut. Ich werde in diesem Jahr nichts mehr schreiben. Ich arbeite nicht, vernachlässige meinen Blog, kritzle nur hier und da etwas herum. Eine Wohltat!<br /><br />Also - im nächsten Jahr wieder an dieser Stelle. Und allen Leserinnen und Lesern, die trotzdem treu bleiben, wünsche ich einen guten Rutsch. Nicht auf der Straße, sondern im Leben! Und jede Menge Inspirationen und Ideen für 2006.<br /><br />Wenn Sie sich jetzt langweilen, lesen sie doch einfach mal bei Tom Liehr ins höchst vergnügliche <a href="http://www.thomasliehr.de/liehrmain.htm">"private diary"</a>! Heute entdeckt und schon habe ich mich festgelesen.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113595384352497349?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com0tag:blogger.com,1999:blog-12013864.post-1134991793336781832005-12-19T12:29:00.000+01:002005-12-19T12:29:53.393+01:00Treuer BegleiterHeute erst einmal ausgiebig ausgeschlafen, das absolute <strong>High-Gefühl </strong>von gestern fühlt sich an wie ein <strong>wolkengroßes Daunenfederkissen</strong>, auf dem man sich genüßlich räkeln kann. In der Ruhe kommt die Zeit für einen Rückblick. Im Februar stand der erste Entwurf für den Roman, noch im gleichen Monat begann ich, den Text zu schreiben. Elf Monate - so ein Roman ist schon ein <strong>treuer Lebensbegleiter</strong>.
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<br />Während des Schreibens denke ich immer, das Leben draußen würde an mir vorbeiziehen, ich würde nichts mehr mitbekommen. Im Rückblick erweist sich das als Trugschluss. So viel ist "ganz nebenbei" passiert! Da war ganz am Anfang die Idee, mich auf andere Weise selbstständig zu machen, sogar einen Laden hatte ich angedacht, wie meine Protagonistin. Zum Glück war ich da nicht so hartnäckig wie sie - ich hätte ja keine Zeit mehr für Bücher gehabt!
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<br />Ich erinnere mich an meine Existenzgründungsberatungen in Strasbourg, an meine Angst, an mein Bibbern, ob ich denn nun genug Französisch kann, um mich durchzuschlagen. Und dann die Erleichterung im Wartezimmer, weil sich da Europa und Afrika die Klinke in die Hand gaben und jeder anders radebrechte. Wie der Blitz schlug dann die Sache mit Lübbe ein und veränderte alles. Ich hatte ein Vertragspaket für vier Bücher und keine Zeit mehr für aufwendige Existenzgründungen. Ich musste mich entscheiden...
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<br />Im Mai wagte ich den Sprung. Gründete eine Firma als Autorin, ließ mich von einer Kommission überprüfen, ob ich auch wirklich "echte" Schriftstellerin bin (der Beruf ist in F. geschützt) und sparte mir dadurch das quälerische Verfassen eines französischen Businessplans. Der meine war ganz einfach: Genügend Verträge bekommen, um zu überleben. Der Staat reichte mich weiter, von der Existenzgründungsberatung im afrikanischen Viertel zur Künstlerberatung beim Museum für Moderne Kunst. Da ging ich zu Schulungen und schlackerte mit den Ohren, wie professionell die französischen Kollegen arbeiten. Keinerlei Berührungsängste mit Marketing und Selbstinszenierung bei Auftritten. Ich lernte viel, so viel, dass ich das in Deutschland gar nicht alles anwenden kann, wo ein Künstler sich nicht als Unternehmer begreifen soll. Das nehmen sie einem dort gerne übel. Jubeln aber einem Houellebecq zu, der das perfekt beherrscht.
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<br />Viel ist passiert in den zehn Monaten, neue Bekannte wurden zu Freunden und verschollene Freunde aus Polen tauchten wieder auf. Husky Ismo, der schon eingeschläfert werden sollte, überstand eine kleien Schnitt-Operation ohne Narkose, weil er zu alt für eine war... und humpelt mit seinen fast fünfzehn Jahren wieder schmerzfrei und lustig durchs Haus. Und der Sommer war so heiß und trocken, dass mir gar nicht auffiel, wie mir der Garten fehlte, wenn ich am Computer saß - es war zu heiß, um draußen zu sitzen!
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<br />So ein Roman erzählt also nicht nur eine Geschichte für die Leser... mir erzählt er immer auch ein Stück meiner Lebensgeschichte, die parallel dazu verlief.<div class="blogger-post-footer"><img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/12013864-113499179333678183?l=stechapfel.blogspot.com'/></div>PvCnoreply@blogger.com2